Die gewonnenen Backsteine wurden zunächst gereinigt. Dabei wurde bewusst nur der Mörtel abgeschlagen und abgekratzt und auf ein Entfernen der Witterungserscheinungen verzichtet, da das Gebäude die Heterogenität des Bestands behalten sollte. Die vielen Bauphasen lassen sich an den unterschiedlichen Formaten der Backsteine ablesen. Sortiert nach Größe wurden die Steine auf Paletten gestapelt – möglichst nahe am Ort der Wiederverwendung. Die kleinteiligen Backsteine dienten zur Wiederverwendung und zum Weiterbauen am Bestand, denn starke Unregelmäßigkeiten, Setzungen und Verformungen der alten Bauteile konnten so über die Fläche aufgenommen und ausgeglichen werden. Nicht mehr benötigte Öffnungen und Fehlstellen in den Fassaden wurden sortenrein mit einzelnen Steinen ausgebessert und geschlossen. Das Recycling des Backsteins eignete sich besonders gut dazu, in Kontinuität mit dem Bestand etwas Neues zu errichten – mit großen Öffnungen für einen hellen Innenraum mit neuen Funktionen. Die sichtbar belassene Heterogenität der Fassade aus den verschiedenen Mauerwerkssteinen erlaubte es, verschiedene Brutstätten und Vogelnester zu integrieren und damit Biodiversität und Kohabitation zu fördern. Auch die Steine, die sich über die Jahre zu stark verformt hatten, kamen zum Einsatz: bei Arbeiten im Außenbereich wie beim Errichten kleiner Bänke. Die restlichen Steine sind als Vorrat angelegt, der immer wieder für Ausbesserungen und zum Weiterbau auf dem großen Gelände genutzt wird.