Module zum Anpassen
Das macht sich das deutsch-mexikanische Büro Zeller & Moye zunutze. Die Architekt*innen haben einen Prototyp für preiswertes und klimaangepasstes Bauen in Mexiko entwickelt. Speziell für ländliche Gegenden in subtropischen Klimazonen entwarfen sie einzelne Raummodule, die an sich ändernde Lebenssituationen angepasst werden können. Die Einraumhäuser haben eigene Zugänge und bilden mit Terrassen und Patios Wohnensembles. Die begrünten und verschatteten Zwischenräume sind Teil der Nutzfläche. Anstelle von verglasten Öffnungen sind alle Fenster und Türen aus Bambusgittern hergestellt. Das belüftet die Räume und sorgt für Verschattung. Die Grundstruktur besteht wegen der Erdbebensicherheit aus einem Betonskelett, das mit selbst gefertigten und verbauten Lehmziegeln ausgefacht ist. Ein erstes realisiertes Beispiel ist die Casa Hilo in Coquimatlán von 2019, das „Modell“ soll aber auch an anderen Orten zum Einsatz kommen.
„Häkeldecken“ aus Stein
Ebenso simpel, ebenso überzeugend und doch ganz anders ist die Casa AR in Rosario, 300 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires. Hier hat die Architektin Valeria del Vecchio ihren Bauherren 2017 zwei Wünsche erfüllt: ein ansprechendes Wochenendhaus innerhalb eines engen Budgets zu bauen. Die schlichte, rechteckige, eingeschossige Kiste besteht vollständig aus preiswertem, robustem Backstein; er prägt außen wie innen den Charakter des Hauses. Trotz des schlichten Auftretens sorgen die unterschiedlichen Mauerverbünde für eine unaufdringliche Abwechslung in der Wandabwicklung. An manchen Stellen lösen sich die doppelschaligen Wände in einschalige durchbrochene Abschnitte auf. Großmaschigen Häkeldecken gleich verleihen sie dem geerdeten Haus eine gewisse Leichtigkeit.