Lebenszyklus von Backsteinbauten deutlich länger als angenommen
Interessant ist besonders die Auswirkung des Betrachtungszeitraumes auf die Bilanz: Als Lebenszyklus werden im Sinne der Vergleichbarkeit meist 50 Jahre angenommen – ein Wert, der die tatsächliche Lebensdauer von Backsteinbauten um rund die Hälfte unterschreitet. Das hat Auswirkungen auf die Güte der Ökobilanz, denn die Ergebnisse des Treibhauspotenzials werden pro Jahr angegeben. Es lässt sich also grundsätzlich sagen: Je länger ein Haus steht, desto weniger fällt der Energieverbrauch in der Herstellungsphase ins Gewicht und desto mehr der Energieverbrauch in der Nutzungsphase. Für Backsteinbauten, die exzellente Wärmedämmeigenschaften haben, aber einen relativ großen Energieverbrauch in der Herstellung, verzerrt der künstlich auf 50 Jahre angelegte Betrachtungszeitraum also die Ergebnisse. Da im Sinne der Nachhaltigkeit ein Lebenszyklus von 80 oder 100 Jahren selbstredend erstrebenswerter ist, ist die Ökobilanz für von Backsteinbauten in der Praxis sogar besser als die berechnete.
Das Fazit der Studie lautet ganz klar: Wer zweischalig baut, muss den zusätzlichen Aufwand für die Beantragung der Neubauförderung in der Planung nicht scheuen, denn die finanziellen Vorteile durch die KFN-Förderung sind sicher.
Zur Ökobilanzstudie (EFH)
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