BLICK IN DIE VERGANGENHEIT
Auf der Suche nach geeigneten mineralischen Materialien für den Innenausbau der zwei Säle in der neuen Musikhochschule lohnte sich, wie so oft, ein Blick zurück. So findet man beispielsweise bei zahlreichen öffentlichen Bauten aus der Zeit von circa 1930 bis 1960 akustisch wirksame Wände, für die Backsteine mit der gelochten Seite nach außen vermauert und die mit einer Dämmung hinterlegt wurden. So entsteht eine gelochte Wand mit schallabsorbierender Wirkung. Heute trifft man solche Akustikklinker eher im Außenraum, zum Beispiel bei Lärmschutzwänden, an. Es wird eine große Palette von verschiedenen Steingrößen, Lochmustern und Oberflächenausführungen angeboten, sodass auch für den Innenausbau attraktive Typen zur Verfügung stehen.
DIE ENTKOPPELTE BLACKBOX
Die Blackbox im Neubau der Musikhochschule Luzern ist ein großer, multifunktionaler Saal, welcher sowohl für Proben als auch für Konzerte oder multimediale Aufführungen genutzt wird. Auf Grund der hohen Schallschutzanforderungen ist er als Raum-im-Raum- Konstruktion vom Rest des Gebäudes entkoppelt. Die massive Hülle des Saals wurde vor Ort aus großen, vorgefertigten Betonelementen gefügt. Bei einigen dieser Wandelemente wurden bei der Produktion im Werk Silikonmatrizen in die Schalung eingelegt, wodurch und eine besonders schallstreuende Oberfläche erzeugt wurde. Die schallabsorbierenden Wandflächen des Raumes wurden mit den Akustikklinkern mit hinterlegtem Dämmstoff ausgeführt. Für die Kontrolle der tiefen Frequenzen sind zusätzlich Akustikelemente mit schwingfähigen Membranen nötig. Diese wurden als Holzkonstruktionen realisiert und finden sich vor allem im oberen Bereich des Saales, an den Längswänden und an der Decke.