Mehr Luft zum Atmen für kreative Architekten
Die Idee einer neuen Gebäudeklasse folgt einer Zielrichtung, wie sie auch Florian Nagler mit seinem viel besprochenen Münchener Projekt „Einfach Bauen“ eingeschlagen hat. Auch hier ging es darum, das Bauen wieder stärker auf die Kernanforderungen zu reduzieren. Die drei Forschungshäuser in Bad Aibling (TUM München, Florian Nagler) können als eine Art Pilotprojekt des Prinzips „Innovation durch Reduktion“ gelesen werden.
Mit dem Gebäudetyp E erhalten Bauherren und ihre Planer deutlich mehr Freiheiten. Am Beginn eines „E“-Projekts stehen gemeinsame Festlegungen zwischen Planern und Bauherren zu den Zielen und Qualitäten, die frei vereinbart werden können, sich aber an gängigen Standards orientieren. Grundsätzlich gelten die Schutzziele der Bauordnungen zum Thema Standsicherheit, Brandschutz, gesunde Lebensverhältnisse und Umweltschutz.
Die technische Umsetzung, Ausstattungsstandards und Komfortansprüche lassen sich reduzieren, die räumliche und gestalterische Qualität von Gebäuden könnte hingegen der Gewinner sein. Architekten und Ingenieure können kreativer ihre Kompetenz einbringen, um sinnvolle und nachhaltige Gebäude zu bezahlbaren Kosten zu bauen.