Perforierung für nachhaltige Raumlüftung
Ein ökologisch nachhaltiges Gebäude zu schaffen, war ein weiterer Anspruch der beiden Schülerinnen. Dafür griffen sie sowohl auf ganz klassische Low-Tech-, aber auch High-Tech-Methoden zurück. Die offene, löchrig gestaltete Lehmziegelfassade sorgt über die Perforierung für einen stetigen Luftzug im Gebäude. Auch der im Zentrum stehende Windturm, welcher über einem Wasserkanalsystem erbaut wurde, ist ein zentrales Element der natürlichen Klimatisierung. Über den Kamineffekt zieht warme Luft nach oben ab und kühle Frischluft gelangt ins Innere. Ein nachhaltiges Kühlungssystem ganz ohne Klimaanlagen. Diese klassischen Techniken kombinieren die beiden Schülerinnen nun mit etwas Neuem: „Rob der Baumeister“, ein Roboter, soll in Ghana den Bau des Gebäudes erleichtern. Die eigene Entwicklung greift den einzelnen Backstein und bringt ihn dort an, wo es das mittels CAD Software „Revit“ und „Dynamo“ geplante parametrische 3D-Modell vorsieht. Mithilfe der automatischen Steuerung und Überwachung können die Baubeteiligten zusätzlich besser auf Lieferengpässe reagieren.
Preisgekrönter Entwurf
Mithilfe des Backsteins gelingt dem Bauprojekt also die Verbindung von lokaler Tradition und High-Tech-Architektur. Für diese Leistung erhielten die beiden Abiturientinnen beim Maturaprojektwettbewerb der FH Kärnten den ersten Preis sowie den dortigen Sonderpreis für Nachhaltigkeit, den „Be the Best 2020“ der Tiroler Diplom- und Abschlussarbeiten, den ersten Platz beim Eternit Wettbewerb der HTL Österreich und eine Top 5 Platzierung im österreichweiten Bundesfinale von Jugend Innovativ. Ihre Vorbildrolle wollen Hanna und Lisa nutzen, indem sie ihre positiven Erfahrungen an andere Schülerinnen weitergeben: „Wir möchten mit unserem Projekt auch zeigen, dass Frauen und Technik besser funktionieren als je zuvor. Wir hoffen, damit Mädchen zu inspirieren, sich mehr in den technischen Bereich einzubringen. Denn unser Tellerrand ist noch lange nicht unser Horizont“.