Neubau Naturhistorisches Museum Basel und Staatsarchiv Basel-Stadt
EM2N AG
WISSEN SETZT HIER EIN ZEICHEN
Entlang der Bahntrasse staffeln sich die Volumen von Museum und Archiv bis zur Turmscheibe. Das textile Zusammenspiel von Stein, Fuge und Ortbeton formt eine murale, monolithische Hülle, die Sammlung und Archiv schützt.
Durch das Zusammenkommen von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum an einem Standort entsteht ein einzigartiger Informationsspeicher, der Wissen über Natur und Kultur in sich vereint. Das langgezogene Grundstück entlang der Bahn wird mit einer Serie von aneinandergefügten Gebäudevolumen besetzt, die sich zum Vogesenplatz hin zunehmend verdichten, um an der Luzernerringbrücke mit der schmalen Turmscheibe einen zeichenhaften Abschluss zu finden. Das städtebauliche Zeichen des Turms steht dabei für beide Institutionen und verortet den Wissensspeicher am Vogesenplatz und in der ganzen Stadt.
Eine großzügige Eingangshalle stärkt den gemeinsamen Auftritt der beiden Institutionen und trägt als offenes Raumgefäß den Außenraum in das Haus hinein. Innerhalb des komplexen Gesamtgefüges erhalten beide Institutionen ein vertikales Foyer als eigene Adresse, die zusammen mit der gemeinsamen Eingangshalle einen inhaltlich und räumlich ausbalancierten Dreiklang ausformulieren. Das Staatsarchiv erstreckt sich als gläsernes Attikageschoss über die gesamte Länge des Gebäudes mit Blick über die Stadt. Die 18 Meter hohe Turmhalle bindet die erdgeschossig angeordnete Planausgabe räumlich und visuell an den Lesesaalbereich im Dachgeschoss an. Mittels großer Öffnungen nach innen und außen vernetzt dieser repräsentative Schnittstellenraum das Staatsarchiv mit Räumen des Museums und der angrenzenden Nachbarschaft. Die Räumlichkeiten des Museums befinden sich in den darunterliegenden Geschossen.
Die konzeptionelle Idee des Museums als Wissensspeicher wird durch die Konzeption eines doppelgeschossigen, weitgespannten Regals in eine konkrete physische und architektonische Struktur übersetzt. Neben ihren großzügigen räumlichen Eigenschaften bietet diese Raumstruktur ein hohes Maß an Flexibilität für den langfristig angelegten Museumsbetrieb. Zwei Treppenhäuser ermöglichen eine vielfältige Verknüpfung der Museumsbereiche untereinander mit mehreren möglichen Besucherrundgängen. Die Treppenhäuser selbst stellen räumliche Schnitte durch die verschiedenen Schichten des Museums dar, die das vielfältige Programm von den Sammlungen über die Ausstellungen bis hin zu Forschungsaktivitäten freilegen und für den Besucher erfahrbar machen.
Das Prinzip von Fügung und Schichtung bildet das durchgängige städtebauliche und architektonische Leitmotiv. Die subtile Staffelung des Baukörpers wird durch seine körperhafte und murale Materialisierung unterstützt. Der Eingangsbereich und das im obersten Geschoss liegende Staatsarchiv zeichnen sich durch Sichtbeton und Glas aus. Die restlichen Fassadenflächen bestehen aus einer Schichtung aus Backsteinfeldern, bei denen nicht der einzelne Stein, sondern das textile Zusammenspiel von Stein und Fugenmörtel im Vordergrund steht, wie wir es etwa aus Bauten von Sigurd Lewerentz kennen. Zusammen mit den direkt darauf gegossenen Ortbetonbändern entsteht eine monolithische und archaische Hülle, die sich schützend um das wertvolle Archivgut legt.
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