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ATELIER ARS
MIT DEN MATERIALIEN DES FEUERS
Regional gefertigter Backstein und vor Ort gewonnener Stein machen die mineralischen Schichten des Ortes sichtbar und verankern die Industrieanlage für ein Tequila-Unternehmen in ihrem vulkanisch geprägten geografischen Kontext.
Die teilweise in den Boden einer typisch mexikanischen Vulkanlandschaft eingelassene Industrieanlage erscheint als „keramischer Horizont“, der physisch und materiell in seinem Kontext verankert ist und die regionalen mineralischen Eigenschaften von Stein und Ton sichtbar macht. Die Verwendung von Backstein und vor Ort gewonnenem Stein für tragende Wände, Ziegelgewölben und handwerklich gefertigtem Glas in Verbindung mit sichtbaren Stahlkonstruktionen zeugt von unserer intensiven Auseinandersetzung mit traditionellen Bauweisen. So entsteht ein hybrides Gebäude, das zugleich auf seinen Ort, die lokale Materialtradition und gegenwärtige Technologien Bezug nimmt. Unser Ziel ist es, zum Erhalt handwerklichen Wissens und zur lokalen Wertschöpfung beizutragen.
Die Einbettung des Daches in die Topografie erzeugt eine Folge von Neigungen, die die Grenzen zwischen Architektur und Landschaft verwischen. Verstärkt wird dieser Gedanke dadurch, dass das Dach Regenwasser sammelt und in die umliegenden Versickerungsgärten leitet, wodurch das Gebäude Teil der ökologischen Infrastruktur wird. Unser Masterplan fördert die Verwendung heimischer Arten, um den ehemaligen Eichenwald und den sommergrünen Trockenwald zu schützen und zu regenerieren. Das gesamte Projekt versteht sich als territorialer Eingriff, bei dem Architektur, Landschaft, Flora und Fauna gemeinsam Teil der Transformation des Ortes sind.
Das Grundstück für die Tequila-Produktionsanlage liegt innerhalb des Transmexikanischen Vulkangürtels, einer Abfolge vulkanischer Erhebungen, die die mexikanische Landschaft mineralisch und topografisch prägen. Diese „Landschaft des Feuers“ ermöglichte die Entwicklung sukkulenter Pflanzenarten wie der Agave, die seit vorspanischer Zeit die Grundlage für die Herstellung von Tequila und anderen fermentierten Getränken bildet. Dieselbe Vulkanlandschaft, die unsere kulturelle Identität geprägt hat, bestimmt auch die Materialität dieser Architektur. Der Entwurf greift diese Kulturlandschaft auf: Flora, Fauna und mineralischer Untergrund verbin- den sich mit „Materialien des Feuers“ – transformierter Lava und Ton – zu einem Architektur- und Landschaftsprojekt, das heimische Lebensräume fördert und schützt.
Die Verwendung regional hergestellter, handwerklich gefertigter Backsteine und des bei den Ausgrabungen vor Ort gewonnenen Steins folgt der Absicht, lokale Materialien einzusetzen, die die mineralischen Schichten des Ortes sichtbar machen und das Gebäude in seinem neogenen vulkanischen Kontext verankern. Zugleich beruht sie auf der Überzeugung, regionale Produzent:innen und lokales Handwerk zu unterstützen. Darin sehen wir eine soziale Verantwortung und eine intensive Auseinandersetzung mit traditionellen Bauweisen, durch die das in der Region bis heute lebendige handwerkliche Wissen bewahrt werden kann.
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