24 PUBLIC DWELLINGS IN PLATJA D'EN BOSSA

08014

24 PUBLIC DWELLINGS IN PLATJA D'EN BOSSA

BIOKLIMATISCHES QUARTETT

Der soziale Wohnbau steht in der Tradition von Bauweisen in warmen Klimazonen. Er ist um vier bioklimatische Atrien organisiert, die eine wesentliche Rolle für den Wohnkomfort der Bewohner spielen.

Das Wohngebäude befindet sich auf einem quadratischen, nahezu ebenen Grundstück von 43 × 43 Metern, etwa fünf Meter über dem Meeresspiegel und um 45 Grad gegenüber den Himmelsrichtungen gedreht. Seine Organisation folgt vier Innenhöfen, die wesentlich zum Wohnkomfort beitragen. Gleichzeitig vergrößern sie den Anteil der Fassadenflächen erheblich, sodass sämtliche Wohn- und Schlafzimmer über eine doppelte Ausrichtung verfügen. 

Die Tragstruktur besteht aus tragenden Wänden, die ein Raster aus annähernd quadratischen Räumen bilden. Dadurch entsteht eine unmittelbare Entsprechung zwischen dem konstruktiven und dem räumlichen System des Entwurfs. Die acht Wohnungen pro Geschoss „umarmen“ die Innenhöfe jeweils paarweise, sodass jede Wohnung über zwei zum Hof orientierte Fassaden verfügt. Diese Anordnung schafft eine Form des Wohnens, bei der die Innenräume eng mit den Außen- und halb offenen Bereichen verbunden sind.

Durch die langgestreckte Anordnung der Wohnungen entlang der Innenhöfe entstehen großzügige Übergangsräume mit guter natürlicher Belichtung. Ihre Dimensionierung ermöglicht eine vielseitige Nutzung, die weit über ihre reine Funktion als Erschließungsflächen hinausgeht.

Das Projekt erfüllt zahlreiche Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz und übertrifft die in den geltenden Vorschriften festgelegten Werte deutlich. Dies wird zunächst durch passive Entwurfsstrategien erreicht, die den Verbrauch nicht erneuerbarer Primärenergie auf 10,7 kWh/m² pro Jahr reduzieren. Dazu gehört eine Gebäudehülle mit hoher thermischer Speichermasse aus Thermotonwänden, die mit dem bei den Erdarbeiten gewonnenen Boden verfüllt sind. Sämtliche Räume verfügen über Querlüftung. Darüber hinaus tragen die Innenhöfe zur thermischen Regulierung der Wohnungen bei: Durch verglaste Überdachungen und bewegliche Sonnenschutzelemente werden sie zu bioklimatischen Atrien, die im Winter Wärme speichern und im Sommer als belüftete, schattige Bereiche dienen. Diese architektonischen Strategien ermöglichen angenehme Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse in den Wohnungen, ohne dass eine zentrale Heizungsanlage installiert werden muss. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dies zugleich erhebliche Einsparungen bei den Energiekosten. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reduzierung der durch Baumaterialien und Konstruktionsweisen verursachten CO₂-Emissionen. Mit 438,91 kg CO₂/m² liegen diese rund 30 Prozent unter den Emissionen konventioneller Bauweisen. Möglich wird dies unter anderem durch Keramikprodukte, die in mit Biomasse betriebenen Öfen hergestellt werden, sowie durch den Einsatz von Holz für Balken, Atriumkonstruktionen und Schreinerarbeiten. Für die Fassadendämmung wird recycelte Baumwolle verwendet, während getrocknetes Posidonia- Seegras als Dachdämmung dient – eine Wiederaufnahme einer jahrhundertealten Tradition der lokalen Architektur.

Schließlich spielt die intensive Begrünung eine zentrale Rolle, um den Wärmeinseleffekt zu reduzieren und angenehmere Wohnbedingungen zu schaffen. Sorgfältig ausgewählte Pflanzenarten mit geringem Wasserbedarf sowie die Nutzung des auf dem Dach gesammelten Regenwassers zur Bewässerung gewährleisten, dass die Vegetation auch unter den trockenen klimatischen Bedingungen Ibizas nachhaltig erhalten wird.

08014

City
Eivissa, Spanien
Client
IBAVI, Institut Balear de l'Habitatge
Architect profile
Plot size
1.850 m²
Built-up area
688,65 m²
Usable area
1.692 m²
Construction time
2019–2022
Construction costs
3.9 Mio.€

More winners
2026