Kreismuseum Syke

Freitag Hartmann Architekten

Kreismuseum Syke

Selbstbewusste Präsenz im Wald

Dem bei archäologischen Grabungen gefundenen 3.300 Jahre alten Goldhort von Gessel sollte ein angemessener Raum geboten werden und gleichzeitig das Haus zum selbstverständlichen Teil des Ensembles werden. Der selbstbewusst in den Wald gestellte, tradierte Formen und Materialien neu interpretierende monolithische Baukörper entfaltet bereits bei der Annäherung an das Museumsgelände eine skulpturale Zeichenhaftigkeit und Präsenz. 


Die Split-Level-Verbindung zwischen den bestehenden Museumsebenen, dem Multifunktionsraum und dem Ausstellungsraum schafft eine räumlich reizvolle Situation und ermöglicht gleichwohl die getrennte Nutzung von Museum und Multifunktionsraum. Das transparente Bindeglied mit Aufzug sorgt für die behindertengerechte Erschließung aller Ebenen. Der neue, zum Dach hin offene Ausstellungsraum erzeugt eine angemessene introvertierte Atmosphäre für Goldhort und Prolog. Ein Oberlicht, durch das Tageslicht in den Raum einfällt, definiert den Standort des Goldhortes, schafft jedoch gleichzeitig eine angenehme diffuse Ausleuchtung des frei nutzbaren Raumes. 

Das Multifunktionsgeschoss mit starkem Bezug zu den südwestlich gelegenen Niederungen des Hachetals schiebt sich unter die Ausstellungsfläche und nutzt so die topographische Situation des abfallenden Geländes. Die Gebäudeöffnungen bieten bewusst ausgewählte Blicke und inszenieren den Übergang in die umgebende Landschaft, Wald und Hachetal.

Das Widerspruchspaar – Wärmeschutz versus haptischer, solider, archaischer Backstein – wurde durch Verwendung  von vorgehängten gebrannten Ziegeln für Dach und Wand aufgelöst. Die Außenhaut von Wand und Dach wird durch eine neuentwickelte, hinterlüftete, geschuppte Ziegeleindeckung gebildet. Es entsteht ein solides, homogenes gut gedämmtes Haus ohne aufwendige Vorhangkonstruktionen. Die ursprüngliche Betonkonstruktion für das Dach musste aus Kostengründen einer Stahlkonstruktion weichen. Ein helles, fast weißes Dach und Sichtestriche im Inneren des Hauses bilden einen neutralen Hintergrund für die Präsentation. Die notwendige Lüftungstechnik wurde wie die Elektroinstallation in Decken und Wände integriert. 

Mit strukturierenden, in das Gelände eingebetteten Sitzstufen und der südorientierten Eingangsterrasse fügt sich das Haus in Landschaft und Natur ein.

 Freitag Hartmann Architekten

City
Bremen, Deutschland
Plot size
2.500 m²
Built-up area
400 m²
Usable area
455 m²
Enclosed volume
3.800 m³
Construction time
2019–2020
Construction costs
3,6 Mio. €