Sanierung und Erweiterung Schulanlage Röhrliberg Cham
Baumgartner Loewe Architekten
SCHULBAU MIT WEITSICHT
Seit 1973 prägt die Schulanlage Röhrliberg als architektonische Ikone die Chamer Landschaft. Die Architekten Baumgartner Loewe Architekten haben Prinzipien des ursprünglichen Entwurfs von Josef Stöckli aus dem Jahr 1968 identifiziert, die sie bei der Sanierung und Erweiterung bewusst weiter verfolgt haben: Die Anlage ist als klassischer Campus angelegt, die durch die Unterrichtsgebäude, Aula und Turnhallen eingerahmten, hofartigen Außenräume stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zum umgebenden Grünraum. Die Form der Anlage gründet auf einer übergeordneten Geometrie und einem Maßsystem, das vom Backsteinmodul ausgeht. Die Staffelung der Höhen beschreibt eine Hierarchie unter den verschiedenen Gebäudeteilen und schafft übergeordnete räumliche Bezüge. Zuletzt wird das Ensemble durch die einheitliche Formensprache, die massive Bauweise und die homogene Materialisierung charakterisiert.
Für ein zeitgemäßes Raumangebot wurde eine Erweiterung mit zwei sechsgeschossigen Anbauten und einer vollständigen Aufstockung realisiert. Die beiden Anbauten nehmen die Gliederung des bestehenden Baukörpers in zwei Gebäudeflügel auf und führen deren clusterartige Struktur im Grundriss mit je einem neuen Klassenzimmer pro Geschoss fort. Die Aufstockung setzt demgegenüber einen Akzent in der Vertikalen und stärkt die Präsenz des fein gliedrigen Hauptbaus gegenüber den massigeren Erweiterungen aus späterer Zeit. Das dominierende Material ist der rote Backstein im abwechselnden Verband. Diese natürliche Materialisierung setzt sich im Inneren fort und wird dort durch markante Betonelemente, gepflästerten Porphyrbodenbelag und dunkel gefasste Holzfenster mitgeprägt.
Jahrzehnte später zeigt sich: Stöcklis Entwurf überdauert Generationen. Das Raster der Ziegel, die Staffelung der Baukörper und die großzügigen Verbindungswege machen Erweiterungen möglich, ohne den Charakter des Ensembles zu verlieren. Das Grund konzept für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Röhrliberg knüpft an die präzise städtebauliche und architektonische Grammatik des Bestands an, sodass die Schulanlage auch weiterhin ein identitätsstiftendes Ensemble mit einem hohen baukulturellen Wert darstellt.