Oberhausener Kinderriegel am Rechenacker
DRATZ Architektur & Städtebau
SPIEL UND STRUKTUR
Das Areal im Stadtteil Oberhausen Styrum ist geprägt durch verschiedene bestehende Bildungseinrichtungen: Auf dem Grundstück befindet sich die Landwehrschule aus dem Jahr 1957 sowie die städtische Kita Rechenacker aus dem Jahr 1973. Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Kitaplätzen sollte die Kita durch ein eigenständiges Bauwerk erweitert werden. Da sich die Grundstücksdisposition für einen Neubau mit circa 400 Quadratmeter Nutzfläche als recht anspruchsvoll herausstellte, wurde ein 60 Meter langer und 7,50 Meter breiter Gebäuderiegel entwickelt, der sich zwischen Grundschule und Kinder garten positioniert. Das Gebäude funktioniert auf dem Bildungscampus Rechenacker analog einer Mauer: Südseitig entsteht zur bestehenden Kita eine Spielgasse. L-förmige Betonfertigteilelement über den großen Fassadenöffnungen dienen als Sonnenschutz und prägen die Gestalt des Gebäudes. Auf der Nordfassade findet sich dieses Element als Sitzbank für die Kinder wieder.
Der Gebäudekörper bildet sich von außen in seiner Materialisierung als rotes Backsteinvolumen ab und bildet so eine Verwandtschaft zu den Bestandsbauten der Landwehrschule aus den 1950er-Jahren. Das Gebäude wird auf der Südseite durch einen leicht expressiv gestalteten nach innen gestaffeltem Eingang erschlossen. Der Grundriss ist einfach gehalten: Über einen Flur, der sich beinahe über die gesamte Gebäudelänge erstreckt, werden die beiden Gruppenräume erschlossen. Die Gruppenräume schieben sich leicht aus der Gesamtvolumetrie heraus. Dabei entstehen Raumnischen, die von den Garderoben in Form eines raumfüllenden Holzmöbels aufgenommen werden und klare Orientierungspunkte für die Kinder im Inneren des Gebäudes schaffen.