Maschinenzentralstation
BIWERMAU Architekten
EIN PUZZLESTÜCK FÜGT DAS WELTERBE
Durch die behutsame Sanierung und Erweiterung der ehemaligen Energiezentrale in der Hamburger Speicherstadt entsteht ein Ensemble, das ein Stück Stadtreparatur schafft, während die unterschiedlichen Zeitschichten sichtbar gemacht werden.
Die ehemalige Maschinenzentralstation wurde im Zuge des ersten Bauabschnitts der Speicherstadt im Jahr 1880 errichtet und ist seit 2015 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Speicherstadt. Gemeinsam mit dem benachbarten Kesselhaus diente sie der Energieversorgung der Speichergebäude und ihrer Förderanlagen.
Nach einem Brand im Jahr 1891 wurde das Gebäude in reduzierter Höhe und teilweise veränderter Gestalt wieder aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch eine Fliegerbombe erneut schwer beschädigt, sodass anschließend nur der westliche Gebäudeteil wiederhergestellt wurde.
Der im Krieg zerstörte Kopfbau wurde nun auf den historischen Fundamenten in seiner ursprünglichen Größe und Kubatur wiedererrichtet und gemeinsam mit dem bislang ungenutzten Bestandsgebäude der ehemaligen Maschinenzentralstation einer neuen Nutzung zugeführt. Sämtliche historischen Bauteile wurden unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes sorgfältig saniert und konnten so dauerhaft erhalten werden. Der historische Gebäudeteil wurde zudem energetisch ertüchtigt. Bei den Sanierungsmaßnahmen kamen durchgängig nachhaltige und recycelbare Materialien zum Einsatz.
Der Entwurf des neuen Kopfbaus versteht sich als behutsame und zugleich zeitgenössische Ergänzung des Bestandes. Ziel ist es, wieder ein gemeinsames Haus aus Alt- und Neubau zu schaffen, das die unterschiedlichen Zeitschichten des Gebäudes sichtbar macht und zugleich die städtebaulich besondere Si- tuation dieses Ortes in ihrer historischen Prägungwieder erlebbar werden lässt.
BIWERMAU Architekten