Auf den Spuren von Erich Mendelsohn
Im Jahr 2021 gründete sich der Erich Mendelsohn Initiative Circle mit dem Ziel, die Rolle Mendelsohns in der Geschichte der Moderne zu untersuchen sowie das Potenzial seiner Werkes zur Nominierung als...
Beständigkeit im Wandel der Zeit
Die Geschichte des Backsteins reicht zurück bis 6.000 v. Chr. – damit zählt er zu den ältesten Baustoffen der Menschheit. Backsteinbauten überdauern Generationen und versetzen uns immer wieder ins Staunen. Neben seiner ursprünglichen Ästhetik ist es wohl gerade diese Beständigkeit, weshalb sich Backstein bei Bauherren in heutiger Zeit großer Beliebtheit erfreut.
Bereits in der Antike bauten die Römer mit Backstein, zum Beispiel die Prätorianerkaserne in Rom. Jedoch bevorzugten die Römer zunehmend Bauten aus Marmor und vernachlässigten den markanten Baustoff.
Erst im Frühmittelalter kam die Backsteinbauweise in Europa wieder vermehrt auf und wurde im Hochmittelalter verstärkt vorangetrieben. In schnell wachsenden Städten und Handelszentren konnte man die traditionelle Baukunst wieder öfter entdecken. Aber auch besonders dort, wo es an anderem geeignetem Steinmaterial für Häuser mangelte, wurden Gebäude mit Backstein errichtet.
Der Bauboom zu Beginn des 17. Jahrhunderts von barocken Schlössern und Klöstern führte zu einem großen Bedarf an Baustoffen. Nicht nur die Produktion von Backstein stieg an, auch das Herstellungsverfahren wurde weiterentwickelt und mündete zur Zeit der Industrialisierung schließlich in eine Massenproduktion. Das Besondere in dieser Epoche war die kunstvolle Verwendung des Backsteinbaus in der Fabrikarchitektur. Ungefähr ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Baustoff auch im Bereich der Wohnarchitektur mit nach außen sichtbarer Form eingesetzt. Der Backstein mit seiner ästhetischen Qualität wurde letztlich en vogue.
Nach wie vor gehört Backstein zu den beliebtesten Baumaterialien beim Hausbau, denn neben einem gutem Aussehen ist er auch robust, wetterfest und energiesparend. Vor allem im Norden und Westen Deutschlands dominieren bis heute rote Backsteinfassaden das Bild vieler Städte. In den vergangenen gut 20 Jahren hat sich der Baustoff mit seinen schier unendlichen Ausdrucksmöglichkeiten endgültig einen Spitzenrang in der zeitgenössischen Architektur – und auch in der Avantgarde-Architektur – erobert.
Das Grundelement des Backteins ist Ton. Dieser wird im Herstellungsprozess aufbereitet, in Form gebracht und anschließend gebrannt. Dabei werden in der Regel drei Tonsorten charakterisiert, die sich jeweils in der Farbe und Zusammensetzung unterscheiden:
Jedes Tonlager, aus dem der Ton abgebaut wird, besitzt eine eigene Charakteristik in Bezug auf die Zusammensetzung der Mineralien und die Dauer der Verwitterungszeit. Zur Herstellung von Backsteinen wird der Ton häufig mit etwas Wasser gemischt, um ihn leichter verarbeiten zu können. Anschließend gelangt die Masse in die sogenannte Ziegelpresse, wo sie in Formen gegossen wird. Nach dem Pressen werden die Rohlinge in einer Trockenkammer gelagert. Im letzten Arbeitsschritt erfolgt das Brennen der Ziegel.
Dabei werden die Rohlinge bei etwa 180 Grad vorgewärmt, bis sie dann auf bis zu 1080 Grad erhitzt werden. Die Temperatur variiert beim Brennvorgang von etwa 900 bis 1080 Grad, abhängig vom gewünschten Farbton des späteren Backsteins. Nach dem Brennvorgang werden die Backsteine im Schnellverfahren auf etwa 600 Grad herabgekühlt. Danach wird ihre Temperatur langsam auf 40 Grad abgesenkt, bevor sie schließlich als Baumaterial eingesetzt werden können.
Es gibt unzählige historische Backstein-Bauwerke, die bis heute überdauern. Hier einige der bekanntesten unter ihnen: