Hafen Burgstaaken
Niobe Voß (RWTH Aachen)
Hafen Burgstaaken
STÄDTEBAU Der Fokus des Entwurfes liegt auf der räumlichen Fortsetzung der Hauptachse im Ortsgefüge. Die alte Hafenstraße geht in die Flaniermeile auf dem Pier über, an dem sich zwei Plätze aufspannen.
Der Entwurf besteht aus einem Ensemble aus mehreren Hallen unterschiedlicher Größe, die eine klare Raumkante zur Promenade bilden, und einer Landmarke am Ende der Achse, die als neuer Hochpunkt den Charakter der bestehenden Silos aufnimmt. Die Manufakturhallen erstrecken sich im rechten Winkel zur Hauptachse des Hafens und spannen sich links und rechts von ihr auf. Es entsteht ein introvertierter Platz am Anfang des Ensembles, der von einem langen Riegel gerahmt wird und sich gen Westen ausrichtet. An diesem Punkt schließt die Promenade mit den Manufakturhallen an, welche den Blick auf den am Ende der Achse stehenden Turm leiten. Dies ist der einzige Baukörper, der direkt auf der Achse steht und ihre Richtung aufnimmt. Er orientiert sich in Höhe und Fußabdruck am historischen Backsteinspeicher und steht mit der südlichen und westlichen Gebäudekante auf der Kaimauer zum Hafen und offenen Meer orientiert.
Die städtebauliche Komposition bietet dem Flaneur entlang der Achse ein stetes Spiel aus Gewehren und Verwehren des Blickes und erreicht dadurch eine gezielte Blickführung auf die Landschaft. Nach Osten gerichtet spannt sich ein weiterer Platz, diesmal mit extrovertiertem Charakter, auf, der sich zum Binnensee und der Ostsee im Süden öffnet und den Blick in die offene Landschaft freigibt. Seine ausgedehnte Größe bietet sich für das jährliche Hafenfest und andere Ereignisse an. Eine Treppenanlage schließt den Platz südlich und östlich ab und ermöglicht das Verweilen und Genießen des Panoramablicks über den Binnensee. Ein wichtiger Aspekt dieses Entwurfs ist das Gegenüber von Kontrasten, wie das Geschlossene und Offene, sowie die Horizontale der Hallen gegenüber der Vertikalen des Turmes am Ende des Piers. HOCHBAU / MATERIAL Der „neue Hafenspeicher“ am Ende des Piers greift das Thema der Kontraste wieder auf. Auch hier werden die Blicke nach außen durch die vornehmlich geschlossene Backsteinfassade verwehrt. Auch in seiner Konstruktion gleicht das Museum der Typologie des Getreidespeichers, an die er angelehnt wurde. Die gezielte Blickführung findet in drei zentralen Bereichen statt. Das Erdgeschoss ist komplett durch große Stichbogenfenster zum öffentlichen Platz, der Flaniermeile, dem Hafen und dem Binnensee geöffnet. Die Seminarräume sind durch ein Durchsicht-Mauerwerk zur Meile, das zweigeschossige Restaurant zur Ostsee geöffnet und bieten damit ein besonders Lichtspiel im Innenraum. Die Fassade weist durch schräge, hervortretende Sondersteine eine Besonderheit auf, welche auch die geschlossenen Bereiche belebt. Durch die versetzte, gespiegelte Anordnung der Steine wird ein Schattenspiel erzeugt, das an das Flimmern der Sonne im Meer erinnert.