Mit der Weiterentwicklung der Software steigt auch die Komplexität der Entwürfe. Und während das Aufkommen von CAD bereits die aktuelle Architekten-Generation stark beeinflusst hat, finden mit dem Einbeziehen von Algorithmen und weiteren computerbasierten Lösungen in die tagtägliche Arbeit bereits die nächsten Quantensprünge im Entwerfen aber auch Bauen statt. Diese Entwicklung spiegelt sich ganz deutlich in den überall entstehenden FabLabs (fabrication laboratories) mit ihren 3D-Druckern, Laser-Cuttern oder CNC-Maschinen wider.
Prädestiniert für die Zukunft
Gleiches gilt für parametrische Entwürfe, die für jedes Bauteil die individuelle Verortung, Stellung, den Winkel und die Neigung definieren können. Gerade hier zeigt sich Backstein prädestiniert: von Haus aus kleinteilig, mit festgelegten Maßen und zugleich sehr individuell im Gesamteindruck zusammenstellbar. Eigenschaften, die nicht neu sind, wenn man sich Fassaden von Fritz Höger, Eladio Dieste und Fritz Schumacher anschaut. Auch das 2014 fertiggestellte Stadthaus (Special Mention Winner FHP 2017) von Diego Arraigada in Rosario ist ein Beispiel dafür, welche Wirkung eine sensibel geplante Fassade entfalten kann. Es zeigt aber auch, mit welchen Komplikationen die Konstruktion einhergeht. Man lehnt sich sicherlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man davon ausgeht, dass Robotik, Automatisierung und CAD solche komplexen Entwürfe zukünftig weiter befeuern werden und gerade Backstein Möglichkeiten bietet, als Baustoff visionäre Architektur zu verwirklichen.