Rückgewinnung von Stadtraum
Auch nach seiner Umwandlung in ein attraktives Wohn- und Geschäftshaus bleibt die ursprüngliche Struktur des 1964 erbauten Parkhauses klar ablesbar.
Der historische Bestand und dessen Erweiterung scheinen einen berühmten Aufsatz von Ignasi de Sola-Morales RubioÌl zu kommentieren: „From analogy to contrast“.
Das Gemeindehaus der belgischen Gemeinde Niel wurde 1890 als Wohnhaus im Stile der flämischen Neorenaissance errichtet. Das vornehmlich traufständige Gebäudevolumen kennzeichnet sich durch Backsteinfassaden mit hellen Sandsteinornamenten und -bänderungen, Kreuzfenster, Dachgauben und einen seitlich angeordneten Treppengiebel.
Nachdem das Gebäude 1929 durch die Gemeinde erworben und zum Gemeindehaus umgewidmet wurde, folgte eine Reihe unsystematischer Um- und Anbauten. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden im Rahmen eines Architekturwettbewerbes Lösungsansätze erwartet, das Bauvolumen um ein Dreifaches zu erweitern. Das realisierte Konzept bestimmt das ursprüngliche Gebäude zum Anfangs- und Endpunkt eines kompakten Neubaus der das „Reihenendhaus“ zum allseitigen Baukörper umformt und somit das Verhältnis zwischen Gemeindehaus, Platz und Kirche neu definiert. Im Anschluss an die bestehende Fassadenfront übernimmt der Neubau deren architektonische Kennzeichen in unmittelbarer Analogie, um sich in Folge der Fassadenabwicklung von Gebäudeecke zu Gebäudeecke stets weiter zu „verselbständigen“. Letztlich separiert eine „gläserne Fuge“ die spielerische Fassadensprache des Neubaus von der schmucklosen Architektur der bestehenden Brandwand. Rapp + Rapp, Amsterdam